Kapitel I – Auf die Bretter, fertig, los!

Es begann mit dem Geburtstag von Kais Vater, an dem es Sekt und kleine Flammkuchen geben sollte. Es gab aber auch mehr Gäste als Sitzplätze.

Jeder kennt das Dilemma, man hält die Speise in der einen und das Getränk in der anderen Hand und ist schon überfordert, wenn man jemandem die Hand schütteln will.. Gläser enden in Regalen, unerkenntlich zwischen anderen Gläsern auf Tischkanten, am Ende noch auf dem Boden. Macht keinen Spaß.

Das Problem war also schnell erkannt und wenig später konnten alle Nettomärkte im Umkreis von 15km das Angebot für die Bambus-Brettchen aus dem Sortiment streichen, denn aus diesen sollten die ersten Bretter gefertigt werden. Das erste Design war primitiv aber zweckmäßig und fand an besagtem Geburtstag viele Begeisterte, und von da an stand fest: Das muss entwickelt werden. Beim Bambus sollte es nicht bleiben, das war bald klar, und auch die Form musste raffinierter und zweckmäßiger werden.

Kapitel II – Bambus, no way!

Bambus.. no way. Eigentlich ja ganz nett mit moderner Anmutung, aber doch zu rissig und visuell zu entschieden. Das Brett sollte in seiner visuellen Wahrnehmung von der Gartenparty bis zum Empfang in der alten Oper eine gute Figur machen, und so musste etwas anderes her. Es ging also ein wenig Zeit ins Land, in der Kai und Johannes an sämtlichem Holz, das ihnen unterkam, rochen, streichelten und klopften. Solange wurde weiterhin mit den Bambus-Brettchen getestet, um alle möglichen Formen der Öffnung mit Biertulpen sowie Wein- und Sektgläsern zu erforschen. (Es ging kein einziges zu Bruch.)

Natürlich kam auch Kunststoff in den Sinn, und ist bis heute nicht aus dem Rennen, aber was die wenigsten wissen: Nach aktuellen Erkenntnissen ist Holz sogar hygienischer, da Wasserrückstände in kleinen Rillen oder Einschnitten besser wegtrocknen können und somit keinen Lebensraum für Bakterien bilden, als das bei Kunststoff der Fall ist. Natur ist wunderbar, Holz hat Vorrang. Und da uns selbst (noch) die Maschinerie fehlt, um das ganze effektiv selbst umzusetzen, begann die Odyssee der Werkstattsuche..

Kapitel III – Das richtige Holz

Wo waren wir stehen geblieben? - Das richtige Holz! Entscheidend war hier natürlich die Optik und der Umstand, dass das Brett so dünn werden musste, dass man es später ohne große Anstrengungen eine gute Weile von Hand halten kann. Unter Einfluss von Wasser und weiterer Trocknung wird Holz gerne mal krumm, vor allem als dünnes Brett. Als Naturprodukt ist das natürlich nicht ganz zu vermeiden, aber bei dem von uns gewählten Holz und seiner Verarbeitung hält sich das sehr in Grenzen. Zunächst musste also eine Werkstatt gefunden werden.

Fündig und glücklich wurden wir mit einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung aus dem Frankfurter Raum, die sich der Herausforderung gerne stellte und unseren Ansprüchen voll gerecht wird!

Kapitel IV – Hier und Jetzt

Kaum zu glauben, im Grunde genommen sind wir nun schon im Hier und Jetzt angelangt, dabei ging für all das vorher Beschriebene ein gutes Dreiviertel-Jahr ins Land..

Bislang war das ganze Unternehmen für Kai und Johannes definitiv kein Spaziergang! Als Projekt neben den jeweiligen Vollzeitstudiengängen verschlang es viel Zeit und Geld, aber die Erfahrung, die man sammelt, ist es allemal wert!


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